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LKH Laas » Informationsveranstaltung „Multiple Sklerose – Ernährung und Zusatztherapien“

19 / November / 2019

Informationsveranstaltung „Multiple Sklerose – Ernährung und Zusatztherapien“

Multiple Sklerose ist eine Erkrankung junger Menschen, mit einem Erkrankungsgipfel zwischen dem 20. und 50. Lebensjahr. 1.000 Kärntner sind von der chronisch entzündlichen Erkrankung des Nervensystems betroffen. Die Kärntner MS Gesellschaft veranstaltet am 23.11.2019 eine Informationsveranstaltung zum Thema „Multiple Sklerose: Ernährung und Zusatztherapien“.

Etwa 1000 Kärntnerinnen und Kärntner leiden unter der häufigsten chronisch entzündlichen Erkrankung des Nervensystems - der Multiplen Sklerose. Multiple Sklerose ist im Vergleich zu Herzinfarkt und Schlaganfall eine Erkrankung junger Menschen. Der Erkrankungsgipfel liegt zwischen dem 20. und 50. Lebensjahr, Frauen sind drei Mal so häufig betroffen als Männer. Bei Kindern und Menschen über 60 Jahre kann die Erkrankung auch auftreten, ist jedoch sehr selten.

„Bei dieser Erkrankung richten sich sonst nützliche Abwehrzellen unseres Körpers gegen das Gehirn oder das Rückenmark. Normalerweise verläuft die Multiple Sklerose in Schüben. Das heißt, es wechseln Zeiten mit Beschwerden, mit Zeiten wo der Patient wieder normal leben kann“, erklärt Prim. Univ.-Prof. Dr. Jörg Weber, Leiter der Abteilung für Neurologie am Klinikum Klagenfurt am Wörthersee und Präsident der MS Gesellschaft. Obwohl die Medizin heute sehr viel mehr über den Ablauf der Erkrankung weiß als früher, ist MS nicht heilbar. „Mit modernen Medikamenten lassen sich aber sowohl die Häufigkeit, als auch die Schwere der Erkrankungsphasen deutlich vermindern“, erklärt Weber

Was passiert bei Multiple Sklerose? Weber: „Dabei werden grundsätzlich nützliche Abwehrzellen des Körpers fehlgeleitet und richten sich gegen Teile des Rückenmarkes und des Gehirns. Jede Nervenzelle hat eine leitende Struktur und eine Isolationsschicht, die man durchaus mit einem Kabel, das aus Kupferdraht und Isolation besteht, vergleichen kann.“ Die Abwehrzellen greifen die Isolationsschicht der Nerven an und führen zu einer Fehlfunktion.

Eine Reihe von Ursachen wird für die Fehlleitung dieser Abwehrzellen diskutiert, wobei eine genetische Krankheitsneigung sowie Infektionen dafür in Frage kommen.

Symptome der Multiplen Sklerose

Häufig beginnt die Erkrankung mit einer Entzündung des Sehnervs. Diese Symptomatik wird subjektiv als Nebelsehen, meist auf einem Auge, wahrgenommen. Andere anfängliche Symptome sind fleckförmiges Taubheitsgefühl an Händen oder den Beinen, oder/und eine Lähmung einer Extremität. Deutlich seltener sind Doppelbilder und selten wechselnde Schmerzen.

Beim Fortschreiten der Erkrankung treten dann weitere Lähmungserscheinungen, eine Sprach- und eine Schluckstörung sowie eine für die Lebensqualität der Patienten besonders einschränkend Störung der Blasen- und Sexualfunktion auf.

Jeder Erkrankungsverlauf ist sehr individuell und kann ganz unterschiedlich sein. Etwa 90% der Erkrankungen verlaufen schubförmig, das heißt, es kommt zu einer stufenförmigen Verschlechterung und Neuauftreten von Beschwerden. Seltener tritt ein so genannter chronisch kontinuierlicher Verlauf auf, wobei nicht eine schrittweise, sondern eine langsame Verschlechterung der Symptome beim Patienten zu beobachten ist.

Diagnosestellung bei Multipler Sklerose

Experten für diese Erkrankung sind Neurologen, die die Krankheitssymptome richtig zuordnen. Die Diagnose der Erkrankung wird mittels Schichtbilder des Gehirns und des Rückenmarks mit der Magnetresonanztomographie sowie durch die Untersuchung der Rückenmarksflüssigkeit (Liquor) geführt. Zusätzlich kann man die Leitfähigkeit des Sehnervs vermessen und einen weiteren Baustein in der Diagnose gewinnen.

Moderne Therapien mit Tabletten gegen MS

Die Erforschung der Krankheitsursachen, insbesondere der Mechanismen, die zur Schädigung der Isolationsstruktur der Nerven führen, war in den letzten Jahren extrem erfolgreich. Daraus haben sich eine Reihe sehr effizienter Therapiemaßnahmen entwickelt. Neben Medikamenten die die Immunreaktion des Körpers abschwächen, werden z.B. Antikörper, die das Eindringen von diesen Abwehrzellen ins Gehirn verhindern, verwendet. „Damit kann das Fortschreiten der Krankheit deutlich vermindert werden“, betont Weber. Wie sehr man die Folgen der Erkrankung (z.B. Verlust der Gehfähigkeit) hinauszögern kann, hängt dabei wesentlich von der MS-Art ab. So kann bei einer aggressiven Art ein Zeitraum von nur wenigen Monaten gewonnen werden, bei einem milden Verlauf sind zwanzig Jahre und mehr möglich. „Besonders wichtig ist, dass neue Krankheitszeichen, sogenannte Schübe, rasch und kompetent erkannt und entschlossen in den Kompetenz-Zentren behandelt werden“, sagt der Neurologe.

Es stehen mittlerweile eine Reihe von unterschiedlichen Medikamenten zur Verfügung, die in der neuen Therapieleitlinie in drei Wirkstärken eingeteilt werden. Speziell ausgebildete MS Spezialisten der Kärntner MS Zentren wählen gemeinsam mit dem Patienten die für den Krankheitsverlauf beste Behandlungsform.

Neben der medikamentösen Behandlung werden unterschiedliche andere Maßnahmen diskutiert. Häufig geht es dabei um Ernährung, Nahrungsergänzungsmittel oder auch Medikamente, die zwar nicht die Erkrankung an sich, sondern andere Beschwerden der Patienten behandeln.

Informationsveranstaltung

Die Kärntner MS Gesellschaft veranstaltet am 23.11.2019 in Pörtschach eine Informationsveranstaltung zum Thema Multiple Sklerose: Ernährung und Zusatztherapien. Dabei werden von Expertinnen und Experten wie der Leiterin der Apotheke der Medizinischen Universität Wien, MS Experten aus Klagenfurt und Villach sowie Diätexpertinnen der Gailtal-Klinik aktuelles Wissen zu diesem wichtigen Thema präsentiert.

 

 

19.11.2019